Zwischen Freiheit und Verantwortung
Wie weit würdest du gehen, um frei zu sein?
13.-15. November 2026
Kristallwerk Graz
(Viktor-Franz-Straße 9, 8051 Graz)
28.-29. November 2026
Stadtwerke-Hartberg-Halle
(Wiesengasse 43, 8230 Hartberg)
Reservierungen:
Schillers „Die Räuber“ treffen auf die Gegenwart
TimeOut bringt Klassiker und heutige Lebensrealitäten zusammen
Mit Friedrich Schillers „Die Räuber“ bringt der Kunst- und Kulturverein TimeOut im November 2026 einen der berühmtesten Klassiker der Theatergeschichte auf die Bühne. Das Werk gilt als eines der wichtigsten Stücke der Sturm und Drang Zeit und machte den jungen Schiller schlagartig bekannt. Inspiriert von der Wucht und Leidenschaft Shakespeares schrieb er das Drama als leidenschaftlichen Aufschrei gegen gesellschaftliche Zwänge und Machtstrukturen seiner Zeit. Als junger Mann im Dienst des Herzogs von Württemberg erlebte Schiller selbst ein Leben voller Vorschriften, Kontrolle und Abhängigkeit. Seine Sehnsucht nach Freiheit floss unmittelbar in „Die Räuber“ ein. Themen, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben.
Unter dem Jahresthema „Zwischen Freiheit und Verantwortung“ entsteht eine Inszenierung, die Schillers Originaltext respektiert und zugleich neue Perspektiven eröffnet.
Schillers Stück zählt bis heute zu den kraftvollsten Werken der deutschen Theatergeschichte. Im Zentrum von Schillers Drama stehen die Brüder Karl und Franz Moor, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Karl gilt als charismatisch, idealistisch und freiheitsliebend, während Franz kühl kalkuliert und nach Macht strebt. Durch Intrigen gelingt es Franz, den Vater gegen seinen Bruder aufzubringen und Karl aus der Familie zu drängen. Enttäuscht und voller Wut gründet Karl mit seinen freiheitsliebenden Freunden eine Räuberbande. Was zunächst als leidenschaftliche Rebellion gegen Ungerechtigkeit beginnt, entwickelt eine immer stärkere Eigendynamik. Während Karl zwischen Freiheitsdrang, Verantwortung und seinen Idealen ringt, zieht Franz im Hintergrund weiter seine Fäden. Zwischen familiären Konflikten, Loyalität, Liebe und Macht entfaltet Schiller ein Drama, das weit über die Geschichte zweier Brüder hinausgeht.
Schiller stellt damit Fragen, die bis heute aktuell geblieben sind: Wie weit darf Freiheit gehen? Wann schlägt Idealismus in Zerstörung um? Und welche Verantwortung trägt der Einzelne gegenüber anderen?
Diese Fragen spiegeln sich in einer zweiten Erzählebene wider: Zwei Schwestern leben in einem betreuten Wohnumfeld und werden von zwei Betreuerinnen begleitet. Die ältere Schwester, die im Rollstuhl sitzt, bewegt sich stärker innerhalb bestehender Strukturen und Sicherheiten, während die jüngere nach Selbstbestimmung und einem eigenen Weg sucht. Auch die beiden Betreuerinnen verkörpern unterschiedliche Haltungen zwischen Schutz, Ordnung und Freiheit.
Dabei entstehen Parallelen zu Schillers Figuren: Freiheit trifft auf Schutz, Selbstbestimmung auf Kontrolle, Verantwortung auf den Wunsch, eigene Wege gehen zu dürfen. Die Konflikte aus Schillers Drama erscheinen dadurch nicht als historische Themen vergangener Jahrhunderte, sondern als Fragen, die bis heute unseren Alltag prägen.
Als Gegenpol bleibt Schillers Originaltext erhalten. Die klassischen Figuren – Karl, Franz, Amalia und die Räuber – treten nicht als historische Museumsfiguren auf, sondern begegnen einer heutigen Wirklichkeit. Im Laufe des Abends verweben sich beide Ebenen zunehmend miteinander. Die Geschichten beginnen sich gegenseitig zu spiegeln, zu überlagern und ineinander überzugehen, ohne Schillers Sprache zu verändern.
Schauspiel, Chor, Tanz und Live-Musik greifen ineinander und schaffen eine vielschichtige Theatererfahrung. Der Sprech- und Gesangschor begleitet das Geschehen nicht nur musikalisch, sondern wird selbst Teil des Erzählens, kommentiert, verstärkt und verbindet die verschiedenen Ebenen des Abends. Die Figur der Amalia findet zusätzlich in einer zeitgenössischen Tänzerin ihren Ausdruck und eröffnet eine Ebene jenseits der Sprache, zwischen Bewegung, Emotion und inneren Bildern. So beginnen sich die unterschiedlichen Erzählebenen zunehmend zu verweben und zu einer gemeinsamen Erzählung zusammenzufinden.
Die Aufführungen finden von 13. bis 15. November 2026 im Kristallwerk Graz sowie am 28. und 29. November 2026 in Hartberg statt.
Mit „Die Räuber – Zwischen Freiheit und Verantwortung“ entsteht keine klassische Schiller-Inszenierung, sondern ein Theaterabend, der zeigt, wie nah uns ein über 240 Jahre alter Text noch immer kommt.

